Die Geburt eines Elefanten


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Wieso sind Elefantengeburten wichtig?

Da sowohl afrikanische wie asiatische Elefanten vom Aussterben bedroht sind, ist jede Elefantengeburt in der freien Natur und in den Zoos für die Arterhaltung der Elefanten sehr wichtig.

Warum auch in den Zoos?

In den meisten Zoos ist der Elefantenbestand überaltert.
Heutzutage ist es laut dem "Washingtoner Artenschutzübereinkommens Anhang I" das Jagen, Fangen und Handel von Elefanten verboten. Wenn die zoologischen Gärten ihrem Publikum weiterhin Elefanten zeigen möchten, müssen sie es den Elefanten ermöglichen ein tiergerechtes Leben zu führen. Dazu gehört auch die Fortpflanzung und die Aufzucht von Jungtieren.

Chandra erste Aufstehversuche

Was bedeutet eine Elefantengeburt für den Zoo?

In einem Zoo oder Zirkus ist die Geburt eines Elefanten immer ein riesiges Ereignis. Für die Elefantengruppe, die Elefantenpfleger, die Zoobesucher, die Medien und natürlich auch für den Buchhalter. Ein Elefantenbaby zieht zusätzlich rund 10'000 Besucher in den Zoo.

Wann beginnen die Vorbereitungen?

Etwa einen Monat vor dem theoretischen Geburtstermin, 22 Monate nach der letzten Paarung, beginnen die Geburtsvorbereitungen im Elefantenstall:

Die Elefantenpfleger beginnen mit der Nachtwache und die trächtige Elefantenkuh wird über die Nacht in die sogenannte Wurfbox eingeschlossen. Die Elefantenkuh hat in der Wurfbox während der Nacht mehr Ruhe und ihr persönliches Futter, das ihr kein anderer Elefant streitig machen kann. In dieser Zeit beobachtet ein Elefantenpfleger/in die hochträchtige Elefantenkuh die ganze Nacht und schildert seine Beobachtungen den Kollegen und Vorgesetzten.

Der Tierarzt bereitet sich auf alle möglichen Komplikationen vor.

Die Zoobesucher und Medien platzen beinahe vor Neugier und wollen nun immer wieder wissen, wann denn genau das Elefantenbaby geboren wird.

Wie lange dauert eine Geburt?

Die eigentliche Geburt zieht sich dann meistens über 2 Nächte hin.
In der ersten Nacht hat die Elefantenkuh sogenannte Stellwehen und verliert Schleim und meistens auch den Schleimpfropfen. Während den Stellwehen begibt sich das Elefantenkalb in die endgültige Geburtsposition.
In der zweiten Nacht beginnt dann die eigentliche Geburt, welche gegen Mitternacht mit Presswehen eingeleitet wird und bis in die frühen Morgenstunden andauert.

Wie sieht eine Elefantengeburt aus?

Die Photos zeigen die Geburt von Chandra am 13.5.2002 im Zürcher Zoo.

Am 12.5.2002 verlor Indy etwas Schleim.
Während der Nacht auf den 13.5. verlor Indy immer wieder Schleim und etwas Blut, von Zeit zu Zeit hatte sie einige Wehen.
Am Morgen sah man unter dem Schwanzansatz eine kleine, ungewöhnliche Ausbuchtung: Ein Teil der Fruchtblase mit Fruchtwasser ist bereits im Geburtskanal.

Damit die Geburt möglichst ungestört verläuft, gebären Wildtiere meistens während der Nacht. Wenn das Junge bis zum Tagesanbruch noch nicht geboren ist, bricht die Mutter, wenn möglich, die Geburt ab.
Dies war auch bei Indy der Fall.

Morgen vor der Geburt
Am späteren Abend des 13.5.02 setzte Indy die Geburt fort.
Gegen 21.30 Uhr trat ein ballonartiger Teil der Fruchtblase aus.
Indy versuchte die Blase abzustreifen oder zu zerdrücken. Dies gelang ihr aber nicht.
Die nächsten 1 1/2 Stunden geschah kaum mehr etwas.
Die Wehen waren nur minimal.
Fruchtblase
Um 23.00 Uhr begannen die Presswehen.
Kurz darauf sahen wir Elefantenpfleger bereits die Hinterbeine des Elefantenbabys.

Geburt von Chandra

Nach einigen weiteren Presswehen wurde Chandra um 23.10 Uhr geboren.
Sofort begann Indy die Fruchthülle vom Frischgeborenen abzustreifen.
Zur grossen Freude aller Anwesenden sah man das Elefantenkalb atmen und sich bewegen.

Chandra ist geboren

Indy beschnupperte ihr Kind und nimmt so den ersten Kontakt mit ihm auf. Erstaunlich und erfreulich war, dass Indy während der ganzen Geburt sehr ruhig blieb.

Indy betastet ihr Baby

Nach kurzer Zeit zog Indy ihr Baby näher zu sich.
Da wir nicht wussten, wie sich Indy während der Geburt verhalten würde, haben wir sie aus Sicherheitsgründen vor der Geburt angekettet. Dies sollte verhindern, dass sie eventuell in Panik geraten und das Elefantenkalb oder uns Elefantenpfleger attackieren würde.
Im Nachhinein hat sich diese Massnahme als überflüssig erwiesen.

Indy zieht Chandra zu sich

Chandra versucht nun aufzustehen und Indy hilft ihr dabei.
Da der Boden vom Blut und Schleim rutschig ist, haben die Elefantenpfleger etwas Sand gestreut.
Die ersten Steh- und Gehversuche missraten noch, doch bereits nach etwa 10 Minuten konnte Chandra alleine stehen und gehen.
Erste Aufstehversuche
Die zweite Aufgabe des Elefantenkalbes besteht darin, die Mutterbrust zu finden und von der wertvollen Muttermilch zu trinken.
Die Muttermilch wird im nächsten halben Jahr die Hauptnahrung sein. Allmählich wird das Elefantenbaby sich aber auch für Karotten, Heu und Blätter interessieren.
Erst mit etwa 3 oder 4 Jahren wird das Elefantenkalb ganz auf die Milch verzichten.
Chandra sucht die Mutterbrust
Aishu und Druk begrüssen das neue Elefantenkind.
Aishu wird mit seiner kleinen Halbschwester eine neue Spielgefährtin haben.
Die Tante Druk wird aber zusammen mit Indy die kleine Chandra vor allen allzu wilden Spielen mit Aishu beschützen.
Chandra, Aishu und Druk

Fotos der Geburt und ersten Lebensmonaten von Fahra und Fahim

Fahim und Fahra
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