26. Februar 2008, Neue
Zürcher Zeitung
Population hat sich seit 1995 fast verdreifacht |
Die südafrikanische Regierung will den Abschuss von Elefanten
wieder erlauben. Mit dem Abschuss und der Umsiedlung von Elefanten soll
die Population stabilisiert werden. Die Zahl der Dickhäuter in Südafrika
war zwischen 1995 und 2007 von 8000 auf 20 000 angewachsen. |
Die südafrikanische Regierung hat am Montag an einer Pressekonferenz
in Pretoria bekanntgegeben, dass ab dem 1. Mai das Moratorium zum Abschuss
von Elefanten nicht mehr gilt. Der Abschuss von Elefanten sei künftig
unter gewissen Umständen möglich, erklärte Umweltminister
Marthinus van Schalkwyk vor Journalisten. Von der Möglichkeit solle
allerdings nur im äussersten Notfall und nur nach umfassenden Vorabklärungen
Gebrauch gemacht werden können, erklärte der Umweltminister
weiter. Gleichzeitig hielt er allerdings unmissverständlich fest,
dass das weitere Wachstum der Elefantenpopulation kontrolliert werden
müsse, damit die Dickhäuter das Gleichgewicht der Natur in gewissen
Schutzgebieten nicht gefährdeten. |
Starkes Wachstum auch in Botswana
Die Elefantenpopulationen waren in den Ländern des südlichen
Afrika in den letzten zwei Jahrzehnten stark gewachsen. In Südafrika
stieg die Zahl der Dickhäuter in den letzten 12 Jahren von 8000 auf
über 20 000 an. Allein im Krüger- Nationalpark sollen inzwischen
etwa 14 000 Elefanten leben. Der Park mit einer Fläche von 32 000
Quadratkilometern kann nach Einschätzung von Biologen allerdings
langfristig nur eine Population von rund 8000 Tieren beherbergen. Wenn
die Zahl der Elefanten während einer längeren Zeit deutlich
über diesem Niveau bleibt, besteht die Gefahr, dass das Reservat
übernutzt wird und damit andere Tierarten und verschiedene Pflanzenarten
gefährdet werden. Die Elefantenpopulationen sind zudem nicht nur
in Südafrika stark angewachsen, sondern auch in Ländern wie
Botswana und Namibia. |
Keine Elefanten-Safaris mehr
Wie Schalkwyk am Montag weiter erklärte, soll der Abschuss aber nur
eine unter mehreren Möglichkeiten sein, um die Elefantenpopulationen
zu kontrollieren. Die Bekämpfung der weiteren Vermehrung der Dickhäuter
in einzelnen Gebieten solle auch mit dem Einsatz von Verhütungsmitteln
und der Umsiedlung einzelner Tiere oder ganzer Familien in Angriff genommen
werden. Ein Teil der Elefanten im Krüger-Nationalpark ist in den
vergangenen Jahren in den neuen Teil des grenzüberschreitenden Parks
auf mosambikanisches Gebiet abgewandert. Allerdings zogen mit etwa 1000
Elefanten sehr viel weniger Tiere in den neuen Teil des Parks um, als
gehofft worden war, so dass der Abschuss von Elefanten im Krüger-Park
inzwischen sehr wahrscheinlich geworden ist.
Van Schalkwyk gab neben der Aufhebung des Abschuss-Moratoriums auch neue
Massnahmen bekannt, mit denen die Elefantenpopulationen künftig besser
geschützt werden sollen. So soll unter anderem das Einfangen von
Elefanten zu kommerziellen Zwecken, wie zum Beispiel für den Einsatz
der Dickhäuter bei Elefanten-Safaris, verboten werden. Verboten werden
soll zudem auch die Ausfuhr von lebenden Elefanten für Zirkusse oder
Zoos. Schliesslich soll auch die Zucht von Elefanten untersagt werden.
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